Human Sacrifice

Author Ross, L
Subject History of Mt. Lykaion

Ross, L. Reisen im Reiserouten durch Griechenland. Erster Theil: Reisen im Pelopnnes. Berlin: G. Reimer 1841. 91 ff.

Proceeding upwards for forty minutes, I came to a kind of natural gateway among the rocks, and I saw to my left the village Karyäs. I, however, turned my path to the right over the ridge, still ascending upward, and reached in one half hour the ruins of the Hippodrome, where the Lykaian Games were celebrated, and some were found to be cultivated in these small Northern valley basins under the summit of Lykaion. They are now called Skaphidia, from two ancient water vessels (skafai) of stone lying there, 7’5” long and 2’2” wide, of which one is broken. The orientation of the Hippodrome was South to North. At this place or under the Northern end there are great remains of a building sunk in the earth, likely a cistern or water-receptacle. The length amounts to fifty feet from East to West; the depth of the rubble, which coats the ground, six to eight feet. The lower layer walls are all called regular, the upper layers are irregular and nearly polygonal. Toward the West another foundation and heap of rubble still pushes at these structures, and from these a wall runs along the tracks, limiting the Hippodrome to the West side, on the lower edge up to the valley. Here are vaster ruins, but their shape can be discerned with less certainty. Under these I also saw a few Doric fragments, only up to half of the [Schaftes cannelirter Säulen].

Another five minutes more to the west is a ruin, called Helleniko; one finds there a great slab, which appears to have belonged to the temple. The material of all these structures is a gray limestone ranged with narrow white and red veins, like in Argos and Megalopolis.

A canyon leads from Hellenikòn or (reu=ma leads directly up, after H. Elias. In these Rhuma farmers have dug up great Doric column fragments of white marble, and broken up the fabric of the church; the [Cannelirungen] and fragments, some I saw, had a width of five inches. Twelve minutes past the church is the circular, artificially flattened top of Lykaion, now called Diaphorti, the (iera\ korufh/ of old Arcadia, where the altar of Zeus was. East of the altar stand two separate columns, and on each of these a gilded eagle; presumably they were these columns, [deren Trümmer in dem Rhevma gefunden worden sind]. The whole, a Greek threshing-floor ((a/lwj), resembles the area of the height is still burnt with sherds and with each, fragments still-blackened from the flame are strewn from the bones of the sacrifice.

German

Vierzig Minuten weiter aufwärts kam ich durch eine Art von natürlichem Thor zwischen Felsen, und sah zu meiner Linken das Dorf Karyäs; ich wandte mich aber rechts über einen Bergrücken, immer noch aufwärts steigend, und erreichte in einem halben Stündchen die Ruinen des Hippodroms, wo die Lykäischen Speile gefeiert wurden, und welche sich in einem kleinen bebauten Thalkessel nördlich unter dem Gipfel des Lykäon finden. Sie heifsen jetzt Skaphidia, von zwei dort liegenden antiken Wassertrögen (ska/fai) aus Stein, 7F. 5Z. lang und 2F. 2Z. breit, von denen der eine zerbrochen ist. Die Richtung des Hippodroms war von Süden nach Norden. An seinem untern oder nördlichen Ende sind bedeutende Reste eines in die Erde eingesenkten Gebäudes, wahrscheinlich einer Cisterne oder eines Wasserbehälters. Seine Länge beträgt funfzig Fufs von Osten nach Westen, die Tiefe bis auf den Schutt, der den Boden bedeckt, sechs bis acht Fufs. Die untern Schichten der Mauern sind ganz regelmäfsig, die obern irregular und fast polygonisch zu nennen. Gegen Westen stofsen an diesen Bau noch andere Fundamente und Trümmerhaufen, und von diesen laufen die Spuren einer Maur, den Hippodomos aud der Westseite begränzend, nach dem obern Rande des Thales hinauf. Hier sind die Ruinen ausgedehnter, aber ihre Gestalt läfst sich noch weniger mit Bestimmtheit erkennen. Unter ihnen sah ich auch Bruchstücke kleiner Dorischer, nur bis auf die Hälfte des Schaftes cannelirter Säulen.

Noch fünf Minuten weiter westlich ist eine Ruine, (Ellhniko\ gennant; man findet dort nur grofse Platten, die zu einem Tempel gehört zu haben scheinen. Das Material aller dieser Bauten ist ein grauer, mit schmalen weifsen und röthlichen Adern durchzogener Kalkstein, wie in Argos und Megalopolis.

Von Hellenikòn fürht eine Schlucht oder (reu=ma gerade nach dem H. Elias hinauf. In diesem Rhevma haben die Bauern grofse Dorische Säulenfrusten aus weifsem Marmor ausgegraben, und zum Bau der Kirche zerschlagen; die Cannelirungen an dem Bruchstücken, welche ich sah, hatten fünf Zolle Breite. Nach zwölf Minuten die Kirche; in und neben derselben alte Quadern. Ein wenig über der Kirche ist der kreisrunde, künstlich abgeplattete Gipfel des Lykäon, jetzt Diaphorti gennant, die (iera\ korufh/ der alten Arkader, wo der Altar des Zeus war. Östlich vor dem Altar standen zwei einzelne Säulen, und auf ihnen vergoldete Adler; vermuthlich waren es diese Säulen, deren Trümmer in dem Rhevma gefunden worden sind. Die ganze, einer Greichischen Dreschtenne ((a/lwj) ähnelnde Fläche des Gipfels ist noch mit Vasenscherben und mit kleinen angebrannten, von der Flamme noch geschwärzten Bruchstücken von den Knochen der Opferthiere überstreut.

Sie sind sogar in einem Zustande angefangener Versteinerung, was sich daraus erklärt, dafs sie die von der Feuchtigkeit, die den gröfseren Theil des Jahres auf dem heiligen Gipfel herrscht, aufgelösten Theilchen des Kalkfelsens eingesogen haben. An diese Knöchelchen haben die Bauren die seltsame Sage geknüpft: die alten Hellenen wären so grausam gewesen, dafs sie ihre Kreigsgefangenen bald an einer gewissen Stelle des Gebirgs in die Erde zu vergraben, bald an einer andern Stelle, wo der Weg ins Nedathal steil hinabsteigt, als Treppenstufen zu verwenden pflegten, bald endlich sie hier auf dem Gipfel, wie auf einer Dreschtenne, von Pferden zertreten liefsen. Dies besagt ein Lied in folgenden Versen:

(Greek)

Die Bauren halten den H. Elias oder Diaphorti für den höchsten Punct des Berges. Die Französische Karte bezeichnet einen etwas weiter nordwestlich gelegenen Gipfel als den höchsten (1420 Meter), auf den sie aber fälschlich den Namen Diaphorti überträgt, denn bei den Gebirgsbewohnern heifst er Stepháni. Jedenfalls hat man vom H. Elias eine freiere Aussicht, weil er dem Rande des Berges näher liegt.

Von der Hiera Koryphe steif ich nach Karyäs hinunter. Ein wenig nördlich vom Dorfe, unter dem östlichen Fufse des Gipfels, sind sehr reiche Quellen, welche hauptsächlich den nach Kalybia hinunterfliefsenden Bach bilden. Ist dies die Quelle Hagno des Pausanias.

In der östlichen Gegend des Gebirgs war noch der Hain und das Heiligthum des Apollon Parrhasios oder Pythios, und links von demselben der Ort Kretea. Diese Puncte müssen in die Umgegend von Karytäs und seinen Kalybia fallen, ich konnte hier aber keine Ruinen erfragen.